Weidenhof Worpswede
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 Natur in Haus und Garten
 

Paddock Trail und Pferdegesundheit


Warum regelmäßige Bewegung so wichtig ist

Pferde sind Bewegungstiere. Ihr Körper ist darauf ausgelegt, über viele Stunden am Tag langsam unterwegs zu sein, während sie nach Futter suchen, trinken, Sozialkontakte pflegen und ihre Umgebung erkunden.
Dabei geht es nicht um sportliche Leistung oder möglichst viele Kilometer. Entscheidend ist, dass Bewegung zum normalen Tagesablauf gehört. Auf einem gut gestalteten Paddock Trail können Pferde selbst entscheiden, wann und wohin sie gehen. Futterstellen, Wasser, Ruheplätze und interessante Bereiche liegen an unterschiedlichen Stellen und schaffen immer wieder neue Bewegungsanreize.
Diese regelmäßige Bewegung beansprucht nicht nur die Muskulatur. Sie wirkt auf zahlreiche Vorgänge im Körper.

Die Hufpumpe – jeder Schritt unterstützt die Durchblutung

regelmäßige Bewegung hilft der Hufgesundheit

Im Inneren des Pferdehufs befinden sich zahlreiche Blutgefäße, elastische Gewebe und die Hufknorpel. Bei jedem Schritt wird der Huf belastet und wieder entlastet.
Dabei verändern sich die Druckverhältnisse im Huf. Diese Vorgänge unterstützen den Rücktransport des venösen Blutes aus dem Huf in Richtung Herz. Man spricht deshalb von der Hufpumpe.
Besonders interessant ist, dass dieser Mechanismus keine schnellen Bewegungen voraussetzt. Auch beim gewöhnlichen Gehen werden die Hufe immer wieder be- und entlastet.
Auf einem Paddock Trail entstehen solche Bewegungen über den ganzen Tag verteilt – auf dem Weg zum Wasser, zwischen den Futterstellen oder beim Erkunden der Umgebung.
Muskeln, Sehnen und Gelenke brauchen Bewegung
Muskeln werden durch Bewegung aktiviert und erhalten dadurch regelmäßig die Möglichkeit, ihre Funktion zu erfüllen. Auch Knochen, Sehnen und Gelenke reagieren auf mechanische Belastung.
Gelenkknorpel ist auf wechselnde Be- und Entlastung angewiesen. Bewegung unterstützt die Verteilung der Gelenkflüssigkeit, über die der Knorpel mit Nährstoffen versorgt wird.
Knochen passen sich ebenfalls an die Belastungen an, denen sie ausgesetzt sind. Sehnen und Bänder benötigen dagegen eine besonders behutsame Anpassung, da sie auf Veränderungen langsamer reagieren.
Auf einem Paddock Trail können unterschiedliche, gut begehbare Untergründe und alltägliche Bewegung eine abwechslungsreiche Beanspruchung ermöglichen. Dabei gilt: Die Wege müssen zum Alter, Gesundheitszustand und zur Hufbeschaffenheit der Pferde passen.

Bewegung und Stoffwechsel

Bewegung ist wichtig für die Pferdegesundheit

Bei jeder Bewegung benötigen die Muskeln Energie. Sie nehmen dafür unter anderem Glukose aus dem Blut auf.
Regelmäßige körperliche Aktivität kann die Insulinempfindlichkeit verbessern. Das bedeutet, dass der Körper besser auf Insulin reagiert und den Blutzucker wirksamer regulieren kann.
Gerade für leichtfuttrige Pferde ist das interessant. Übergewicht und Störungen des Insulinstoffwechsels können das Risiko für bestimmte Formen der Hufrehe erhöhen.
Ein Paddock Trail kann dabei helfen, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen und das Futterangebot gezielt zu gestalten. Er ersetzt jedoch weder eine bedarfsgerechte Fütterung noch die Behandlung bestehender Stoffwechselerkrankungen.
Verdauung – Bewegung und Fütterung gehören zusammen
Der Verdauungstrakt des Pferdes ist darauf ausgelegt, über viele Stunden faserreiche Nahrung aufzunehmen und zu verarbeiten.
Auf einem Paddock Trail können mehrere Futterstellen dazu beitragen, dass die Pferde sich zwischen den Mahlzeiten bewegen und immer wieder mit der Nahrungssuche beschäftigen.
Für eine gesunde Verdauung sind vor allem ausreichend geeignetes Raufutter, Wasser, verträgliche Futterwechsel und möglichst wenig Stress entscheidend.
Bewegung gehört zu einer pferdegerechten Lebensweise dazu. Dass ein Paddock Trail allein Koliken verhindert oder jede Form der Darmbewegung verbessert, ist allerdings nicht nachgewiesen.

Mehr Selbstbestimmung und soziale Kontakte

Pferde sind soziale Wesen und pflegen Freundschaften

Gesundheit betrifft nicht nur den Körper. Pferde sind soziale Tiere, die Kontakt zu Artgenossen benötigen.
Auf unserem Paddock Trail können die Pferde gemeinsam unterwegs sein, sich gegenseitig pflegen oder Abstand voneinander nehmen. Sie suchen ihre Ruheplätze selbst aus, nutzen unterschiedliche Bereiche und entscheiden, wann sie sich bewegen oder ausruhen möchten.
Ein abwechslungsreiches Gelände bietet außerdem Möglichkeiten zum Erkunden, Wälzen, Scheuern und Beobachten.
Auch die Gestaltung der Herde ist wichtig: Ausreichend Platz, mehrere Futterstellen und sichere Ausweichmöglichkeiten helfen, Konflikte zu vermeiden.
Was wissenschaftliche Untersuchungen zeigen
Eine 2025 veröffentlichte Untersuchung ergab, dass Ponys auf einem Track-System durchschnittlich rund sieben Kilometer täglich zurücklegten. Bei der verglichenen Portionsweide waren es etwa 5,3 Kilometer.
Eine weitere Studie mit 19 Pferden zeigte, dass die Tiere auf Track-Systemen im Untersuchungszeitraum durchschnittlich Gewicht verloren, während die Vergleichsgruppe zunahm.
Diese Ergebnisse sind vielversprechend. Sie zeigen aber auch, dass die Wirkung von der Gestaltung des Systems, den Futterbedingungen und den einzelnen Pferden abhängt.

Unser Gedanke hinter dem Paddock Trail

Pferd im Wald

Wir möchten unseren Pferden nicht möglichst viel Bewegung vorschreiben. Wir möchten ihnen möglichst viele Gründe geben, sich freiwillig zu bewegen.
Deshalb verbinden auf unserem Paddock Trail ein Rundweg und mehrere Zwischenwege die verschiedenen Bereiche. Futter und Wasser liegen nicht unmittelbar nebeneinander. Bäume, Sträucher, Sandplätze und unterschiedliche Aufenthaltsorte machen die Wege abwechslungsreich.
So entstehen über den ganzen Tag verteilt viele kleine Bewegungen – nicht als Trainingseinheit, sondern als selbstverständlicher Teil des Pferdelebens.


Denn ein Pferdekörper ist nicht nur für Bewegung gebaut. Viele seiner Funktionen sind darauf angewiesen, dass Bewegung regelmäßig stattfindet.