Weidenhof Worpswede

Natur in Haus und Garten
 

Wohin mit dem Pferdemist?

unser Experiment mit dem Mistwurmtank


Mit Spannung erwartet, nun können wir über erste Ergebnisse berichten.

Da es nichts besseres gibt als umgewandelten Pferdemist, kommt mir dieser nicht vom Hof. Diese wertvolle Ressource wollten und wollen wir selbst nutzen. Nachbarn, Bekannte und Kunden holen sich regelmäßig etwas davon für ihre Beete und Gewächshäuser.
Wir haben im letzten Jahr mehrere alte IBC Tanks geholt, Kostenpunkt pro Tank 45 Euro.  Diese haben wir auf unserem Trail verteilt und beim täglichen abäppeln gefüllt. (Hat den Vorteil, das man mit der Karre nicht so weit laufen muß.)
Mit 2 Pferden füllt man einen bis zwei Tank pro Monat. Zum Schluß noch eine Karre mit Material von unserem fertigen Misthaufen und zumachen. Der Tank auf dem Bild hat in unserer Garage überwintert. Er dient dazu, erstmal die Menge an Würmern zu züchten, die man braucht. Bestückt wurde er mit schätzungsweise 200 Würmern. Dort können sie sich in Ruhe und geschützt vermehren. 

Schutz vor Kälte im Winter

Für unseren ersten Tank haben wir zusätzlich eine Bodenheizung gekauft. Sie soll verhindern, dass es bei starkem Frost im Tank zu kalt wird. In einem normalen Misthaufen können sich die Würmer bei Kälte in tiefere Schichten zurückziehen – in einem IBC-Tank ist das nur begrenzt möglich.
Die Bodenheizung hat etwa 65 Euro gekostet und dient uns deshalb vor allem als Absicherung für sehr kalte Wintertage.


Nach vier Monaten: das erste Ergebnis


Trotz der anfangs noch kleinen Anzahl an Mistwürmern war das Material nach knapp vier Monaten bereits weitgehend umgesetzt. Das Ergebnis hat uns wirklich überzeugt: Es riecht angenehm erdig und ist locker, krümelig und lässt sich perfekt als Dünger im Garten verwenden.
Besonders spannend finden wir, wie stark sich das Volumen während der Umsetzung verringert. Aus einer großen Menge Pferdemist wird nach und nach deutlich weniger, dafür wertvolles, gut umgesetztes Material.

So soll unser Zwei-Tank-System funktionieren


Geplant ist, jeweils zwei Tanks nebeneinander aufzustellen und sie über die vorhandenen Auslauföffnungen miteinander zu verbinden. Ist der erste Tank voll, darf er in Ruhe weiterarbeiten, während wir den zweiten befüllen.
Sobald auch der zweite Tank gefüllt ist, öffnen wir die Verbindung zwischen beiden. Unsere Idee dahinter: Die Mistwürmer sollen selbstständig vom weitgehend umgesetzten Material in den frischen Pferdemist wandern können. So könnten die Tanks im Wechsel befüllt und umgesetzt werden.


Ob das in der Praxis wirklich so funktioniert? Das probieren wir gerade aus – und werden natürlich berichten.


Nachtrag – weil uns so viele Fragen erreicht haben


Seit unserem ersten Bericht haben uns unglaublich viele Fragen zu den Mistwurmtanks erreicht. Deshalb möchten wir hier noch ein paar praktische Erfahrungen ergänzen.
Wir haben die Deckel der IBC-Tanks abgesägt und legen sie nach dem Befüllen einfach wieder auf. Die Tanks stehen draußen unter Bäumen, damit sie im Sommer möglichst schattig stehen und sich nicht zu stark aufheizen.
Die Mistwürmer holen wir aus unserem bereits gut umgesetzten Pferdemist. Zusammen mit den Würmern geben wir einige Schippen fertigen Mist in den Tank. So kommen auch gleich Mikroorganismen und viele der kleinen Bodenlebewesen mit hinein, die sich diesen Lebensraum teilen.
Befüllt werden die Tanks ganz einfach mit der Schaufel. Da wir sie rund um unseren Paddock-Trail verteilt haben, sparen wir uns beim täglichen Abäppeln viele Wege zu einem zentralen Misthaufen. In die Tanks kommen bei uns ausschließlich die reinen Pferdeäppel – Einstreu verwenden wir nicht.
Das Entleeren haben wir bisher noch nicht ausprobiert. Momentan favorisieren wir eine Lösung mit einem großen Wagenheber. Alternativ könnten wir die Tanks mit dem Trecker vorsichtig kippen. Welche Lösung sich in der Praxis bewährt, werden wir ausprobieren und natürlich darüber berichten.
Den fertigen Dünger verwenden wir für Neupflanzungen auf unserem Hof, für unsere Hochbeete und im Gewächshaus. Einen Teil geben wir auch an Bekannte weiter – und die Nachfrage ist erstaunlich groß.
Im vergangenen Jahr haben wir den fertigen Dünger zum ersten Mal in unserem Gewächshaus verwendet. Das Ergebnis hat selbst uns überrascht: Die Pflanzen sind förmlich explodiert.

Experiment Mistwurmtank- unsere Erfahrungen nach dem ersten Jahr

Nachdem wir im vergangenen Herbst mit unserem ersten IBC-Tank gestartet sind, konnten wir im Frühjahr die ersten richtigen Ergebnisse sehen. Inzwischen haben wir unser Experiment erweitert und mehrere Mistwurmtanks rund um den Paddock-Trail im Einsatz.
Dabei hat sich einiges bewährt – und manches würden wir heute anders machen. Hier berichten wir ganz ehrlich von unseren bisherigen Erfahrungen.

Was sich bisher bewährt hat


Die Mistwürmer fühlen sich in den Tanks offensichtlich wohl und vermehren sich kräftig. Inzwischen haben wir vier Tanks an strategisch sinnvollen Stellen rund um den Paddock-Trail verteilt. Dort befüllen wir sie zunächst vollständig mit dem anfallenden Pferdemist. So sparen wir uns beim täglichen Abäppeln viele Wege zu einem zentralen Misthaufen.
Sind die Tanks voll, bringen wir sie an einen geschützten, schattigen Platz und setzen die Mistwürmer hinzu. Dort beginnt die eigentliche Umsetzung.
Das fertige Material ist wunderbar weich und krümelig. Besonders beeindruckt uns, wie gut es Wasser speichern kann. Wir verwenden es deshalb sehr gerne bei Neupflanzungen und überall dort, wo wir den Boden verbessern möchten.
Noch nicht optimal gelöst haben wir die Trennung der Würmer vom fertigen Material. Bisher sieben wir den umgesetzten Mist durch ein grobes Sieb. Das funktioniert zwar, ist aber zeitaufwendig und umständlich. Hier suchen wir noch nach einer besseren Lösung.

Eine überraschende Zugabe: Wurmtee


Eine unserer ursprünglichen Ideen hat dagegen nicht funktioniert: Über den unteren Auslauf des IBC-Tanks lassen sich die Mistwürmer nicht, wie zunächst erhofft, aus dem fertigen Material herauslocken.
Dafür haben wir etwas anderes entdeckt. Über den Auslauf lässt sich die im Tank entstehende Flüssigkeit auffangen – sogenannter Wurmtee. Diesen nutzen wir verdünnt als Flüssigdünger für unsere Pflanzen.
Und manchmal sind es gerade die Dinge, die anders funktionieren als geplant, aus denen die besten Ideen entstehen.

Unsere Erfahrungen im Garten und Gewächshaus


Besonders deutlich sehen wir die Wirkung des fertigen Materials in unserem Gewächshaus. Das ist inzwischen beinahe zum Dschungel geworden: Gurken und Salat wachsen mehr, als wir verbrauchen können, und auch die Tomaten tragen reichlich.
Den fertigen Wurmkompost verwenden wir deshalb inzwischen vor allem selbst – für unser Gewächshaus, für Neupflanzungen rund um den Paddock-Trail und für die Pflanzen, die wir für unseren Pflanzenverkauf heranziehen. Einen Teil geben wir auch weiterhin ab, allerdings nur in begrenzten Mengen.


Was wir inzwischen noch verändert haben


Unter die IBC-Tanks haben wir Steinplatten gelegt. Europaletten sind auf Dauer weniger geeignet, weil das Holz durch die Feuchtigkeit relativ schnell zu gammeln beginnt.  Langfristig wollen wir sie austauschen gegen Tanks mit Kunststoff oder Metallboden. 
Außerdem testen wir derzeit zwei Varianten: einen Tank mit geschlossenem und einen mit offenem Deckel. Wir möchten beobachten, wie sich Temperatur, Feuchtigkeit und Umsetzung dadurch verändern und welche Variante sich langfristig besser bewährt.

Unser Fazit bisher


Aus einem einfachen Versuch mit einem gebrauchten IBC-Tank ist inzwischen ein fester Bestandteil unseres Hofalltags geworden. Die Tanks sparen uns Wege beim täglichen Abäppeln und aus dem Pferdemist entsteht ein wertvolles Material, das wir auf unserem Hof direkt wieder nutzen können.
Trotzdem bleibt es für uns ein Experiment. Wir probieren aus, beobachten und verändern Dinge, wenn sie sich in der Praxis nicht bewähren. Genau deshalb werden wir diesen Bericht immer wieder ergänzen, wenn wir neue Erfahrungen gesammelt haben.


Vielleicht ist gerade das so spannend: Aus etwas, das zunächst einfach nur „weg muss“, entsteht direkt auf dem Hof wieder etwas Wertvolles.